Einen Anwalt im eigenen Land zu finden, ist schon schwer genug. In einem Land, dessen Rechtssystem, Sprache und Kanzleilandschaft Sie nicht kennen, ist es noch schwieriger. Diese Checkliste hilft Ihnen, die Auswahl schnell einzugrenzen und die richtigen Fragen zu stellen, bevor Sie etwas unterschreiben.

1. Klären Sie, was Sie brauchen

Schreiben Sie in zwei, drei Sätzen auf, was passiert ist und welches Ergebnis Sie anstreben. Notieren Sie das Land (und ggf. die Stadt), dessen Recht gilt, alle Fristen, die Ihnen genannt wurden, und die Unterlagen, die Sie bereits haben. Ein klares Anliegen zeigt schneller, welche Kanzleien wirklich passen - und spart später abrechenbare Zeit.

2. Achten Sie auf das Rechtsgebiet, nicht nur auf einen großen Namen

Recht ist spezialisiert. Eine Kanzlei, die bei Unternehmenstransaktionen glänzt, übernimmt nicht unbedingt einen Sorgerechtsstreit oder ein Asylverfahren. Gehen Sie vom Rechtsgebiet und vom Ort aus:

  • Durchsuchen Sie Kanzleien nach Land und Stadt und filtern Sie dann nach Rechtsgebiet.
  • Prüfen Sie, ob die Kanzlei Ihr konkretes Problem nennt und nicht nur die grobe Kategorie.
  • Bei grenzüberschreitenden Fällen achten Sie auf internationale Erfahrung oder Standorte in mehreren Ländern.

3. Prüfen Sie Sprachen und Kommunikation

Vergewissern Sie sich, dass jemand in der Kanzlei in einer Sprache mit Ihnen arbeiten kann, in der Sie sich wohlfühlen - bei Gesprächen, E-Mails und idealerweise beim Erklären von Dokumenten. Fragen Sie, wie oft und auf welchem Weg Sie informiert werden.

4. Vergleichen Sie Auszeichnungen mit Bedacht

Unabhängige Rankings wie The Legal 500 können auf eine starke Praxis hinweisen, vor allem im Wirtschaftsrecht. Bewertungen ergänzen das Bild. Beides ersetzt kein direktes Gespräch: Rankings decken oft nur bestimmte Rechtsgebiete ab, und Bewertungen spiegeln Einzelerfahrungen wider.

5. Fragen Sie vorab nach den Kosten

Lassen Sie sich die Abrechnungsgrundlage schriftlich geben: Stundensätze, Pauschale oder eine andere Vereinbarung. Fragen Sie, was enthalten ist, was extra kostet und ob Sie eine Kostenschätzung erhalten. Unser Ratgeber zu Anwaltskosten erklärt die gängigen Modelle.

6. Prüfen Sie, ob der Anwalt Sie vertreten darf

Anwälte sind je Rechtsordnung zugelassen. Fragen Sie, bei welcher Kammer der zuständige Anwalt zugelassen ist und ob er zum Recht des betreffenden Landes beraten darf. Die meisten Kammern führen ein durchsuchbares Register.

7. Lassen Sie sich das Mandat schriftlich bestätigen

Vor Arbeitsbeginn sollten Sie eine Mandatsvereinbarung erhalten, die Umfang, Kosten, Bearbeiter und Kündigungsmöglichkeiten regelt. Lesen Sie sie und fragen Sie bei Unklarheiten nach.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Für Ihren Fall wenden Sie sich an einen qualifizierten Anwalt im betreffenden Land.